Der «Jet Club» eröffnet im Zentrum Töss

Diesen Samstag eröffnete der «Jet Club» in der ehemaligen Kegelbahn im Zentrum Töss. Betreiber ist kein anderer als Orhan Öztas, Pächter des Hotels im Einkaufszentrum und ehemaliger Betreiber der Piranha-Bar an der Langstrasse.

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Kegelbahn? Das war einmal. Das Untergeschoss des Zentrum Töss ist seit Samstag ein Nachtclub. (Bild: Tizian Schöni)

Im Saal des Hotel Töss säuselt ein langsamer Schlager, Renter:innen schunkeln pärchenweise zur Musik. Im Café nebenan herrscht reger Betrieb, fast jeder Tisch ist von den adrett gekleideten Senior:innen des Tanznachmittags besetzt. «Der findet hier jeden Freitag statt», sagt Orhan Öztas, Pächter von Hotel und Restaurant im Zentrum Töss.

Doch seit diesem Samstag sind Senior:innen nicht mehr die einzigen, die im Zentrum Töss tanzen gehen. Denn Orhan Öztas hat die ehemalige Kegelbahn im Untergeschoss zu einem modernen Club umgebaut.

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Von links: Servet Coban, Orhan Öztas, Andrey Gonzalez und Francesco Manno. (Bild: Tizian Schöni)

Im Lokal angekommen, erinnert nichts an die alte Einrichtung. Stattdessen leuchtet es von allen Seiten: im Eingang ein Sternenhimmel, auf den Toiletten wilde Farbmuster und im Club selbst stahlblau ‒ zumindest im Moment. Die Beleuchtung lasse sich per Fernbedienung anpassen, sagt Öztas.

Mindestens so schillernd wie der «Jet Club» ist Orhan Öztas selber. Der Selfmademan, als Kind aus Anatolien in die Schweiz gekommen, betrieb in Zürich während 23 Jahren die legendäre Piranha-Bar an der Langstrasse, führt in Winterthur bereits das «Gilgamesh» und ist Pächter des Hotel Töss. Nach dessen Übernahme 2014 hatte Öztas gegenüber dem «Landboten» angekündigt, im Keller einen Hammam eröffnen zu wollen. Aus dem orientalischen Dampfbad ist zwar nichts geworden. Dafür erhalten die jungen Tössemer:innen nun den «Jet Club», der übrigens nach dem Energydrink «Jet» benannt ist, den Öztas seit Jahren vertreibt.

Um die Gastronomie kümmert sich die Familie Öztas selbst, seine Tochter führt zwei Geschosse weiter oben bereits Bar und Restaurant des Hotels. Servet Coban und Andrey Gonzalez, beide 25, übernehmen die Eventorganisation und das Marketing des Clubs. Coban betrieb eine Sportwagenvermietung und führt in Nürensdorf die Pizzeria «Sternen». Gonzalez kommt aus der Eventbranche und habe als Promoleiter schon diverse Partys organisiert.

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Laut den Betreibern wichtig für jeden Nachtclub: selfietaugliche WCs. (Bild: Tizian Schöni)

Wie wollen sie junges Publikum hinaus zum Zentrum Töss bringen? Schliesslich ist die Clubszene in Winterthur vor allem in der Nähe des Bahnhofs präsent. Gonzalez relativiert: «Hier gibt es ÖV, zwei Dönerstände, und die Autobahn ist eine Minute entfernt.» Zum künftigen Programm wollen die beiden noch nichts sagen. «Strategie», wie Coban erklärt. Potenzielle Gäste sollen «FOMO» haben, also «fear of missing out» oder übersetzt: Die Angst, etwas zu verpassen. Da sei es wichtig, nicht zu früh zu viel zu verraten.

An der Party am Samstag wurden erst einmal House und 2000er gespielt. Etwas verraten die beiden dann aber doch noch: «Wir geben unseren Besuchern einen Grund, zu feiern.» Mit Events, Shows und Verlosungen wollten sie auf die für 200 Personen ausgelegte Location aufmerksam machen. Und noch einen Vorteil finden die beiden bei sich selbst: «Wir haben hier einen riesigen Kollegenkreis», ein Stammpublikum also.

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Warteschlange am Eingang. «Full house», bestätigt Servet Coban am Tag nach der Eröffnungsfeier. (Bild: zvg)

Zudem machten die neuen Betreiber Werbung in den sozialen Medien: «Jeder weiss es!», sagt Coban begeistert. Er habe mit seinen Posts eine halbe Million Menschen erreicht. «Bei mir haben sich sogar Kollegen aus Zug und Glarus gemeldet», bestätigt Gonzalez. Zur Eröffnung scheint ihre Strategie aufgegangen zu sein: «Wir hatten full house», schreibt Coban am Morgen nach der Party.

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Wie die meisten Journalist:innen in Winterthur studierte auch Tizian an der ZHAW. Anders als die meisten aber begann er in der Kommunikation, bevor ihn der Journalismus rief. Nach fünf Jahren bei Zuriga startete Tizian bei der Andelfinger Zeitung in den Lokaljournalismus.

Doch bereits nach zweieinhalb Jahren zog es ihn weiter. Allerdings nicht, weil er die Passion für die journalistische Paradedisziplin verloren hatte, im Gegenteil. Als Mitgründer und Chefredakteur von WNTI, macht er jetzt das, was "Winti Chinde" am besten können – über ihre Stadt erzählen.

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