«Wenn man von Kulturstadt spricht, muss man auch Kultur leben»
Kunstschaffende reichten gestern eine Petition ein gegen Kürzungen im Ankaufsbudget. Dafür vereinten sich die Institutionen der bildenden Künste, was aussergewöhnlich sei. Auch eine Ausstellung, die verschoben wurde, ist Thema der Petition.
Gestern haben Kunstschaffende die Petition «Kulturstadt sein heisst: Kultur stärken – nicht streichen!» Michael Künzle und der Amtsleiterin für Kultur Tanja Scartazzini übergeben. Es ist eine Reaktion von den Institutionen der bildenden Künste auf eine Sparmassnahme des Stadtrates. Es sei aussergewöhnlich «wenn nicht sogar das erste Mal, dass sich alle aus der Bildenden Kunst zusammen positionieren», so Bruno Streich aus dem Vorstand der Künstler:innengruppe, welche die Petition initiierte. In der Petition schreiben sie, dass sie jedoch «die finanzpolitischen Herausforderungen der Stadt anerkennen.»
Die Sparmassnahme: Das Ankaufsbudget der städtischen Kunstkommission wurde von 60’000 Franken auf 30’000 Franken gekürzt. Tanja Scartazzini, Amtsleiterin für Kultur, sagte gegenüber dem «Landboten», dass die Sparmassnahme sich auf 2026 und 2027 beschränke und ab 2028 das Budget wieder auf 60’000 Franken gehoben werde. Die Kunstkommission kauft mit diesem Budget Werke von Kunstschaffende aus Winterthur und Umgebung und unterstützt sie somit. «Die Kunstschaffenden können von diesen Beiträgen zwar nicht leben, aber es ist eine Wertschätzung – und diese wurde jetzt halbiert» so Streich. «Wenn man von Kulturstadt spricht, muss man auch Kultur leben.» Für die gesamte Kulturförderung im Jahr 2026 hat das Parlament das Budget von 23 Millionen Franken angenommen.
Auch die «Unjurierte» wird gespart – frühestens im Jahr 2027 soll die Ausstellung wieder durchgeführt werden, schreibt die Stadt auf der Website. Eigentlich findet die Ausstellung alle vier Jahre statt, die letzte war 2022. Das Besondere an der «Unjurierte»: Sie ist für alle offen, die Kunst ausstellen wollen, es gibt keine Auswahl der Werke. Die Petitionstellenden fordern, den Verzicht auf die «Unjurierte» 2026 zu überdenken und für eine Durchführung eine kosteneffizientere Lösung zu finden.
Kiino kommt nicht nur aus Winterthur, sondern auch aus der Talentschmiede des ZHAW-Studiengangs Kommunikation. Ihr erster Text im Kulturmagazin Coucou war ein Wurf. Umso schöner, entschied sie sich für ein viermonatiges Praktikum bei WNTI.