Über den Wolken
Kraftorte von Martin Frischknecht
Heute wenden wir uns einem Ort zu, den es nicht gibt – oder nicht geben darf. Der geheimnisvolle Ort lässt sich weder geografisch lokalisieren, noch in der Zeit festlegen. Handelt es sich um ein Fantasiereich der Einbildung oder um so etwas wie einen Gewittersturm im gestressten Gehirn? Beides wird als Einwand häufig vorgebracht.
Von Leuten, die noch nie dort waren. Weil sie vom Schicksal noch nie in jenes Zwischenreich von Leben und Tod geschubst worden sind, in dem vermeintliche Gewissheiten über die eigene Identität gehörig ins Wanken geraten.
Menschen, die aufgrund eines Unfalls oder anderer Umstände eine Nahtoderfahrung hinter sich haben, sehen das anders. Viele sprechen von einem Glück, dass sie in dem Grenzbereich unterwegs waren. Ihre Augen strahlen, wenn sie davon erzählen, auch Jahrzehnte danach. Nicht wenige bedauern, dass sie durch Nothelfer oder Angehörige aus dem Zwischenreich zurück ins Leben geholt wurden.
«Passage – Die Kunst des Übergangs» widmet dem Phänomen eine Reihe von sechs Veranstaltungen. Wo und wann das geschieht, lässt sich durchaus irdisch verorten. Die reformierten Kirchgemeinden Oberwinterthur und Mattenbach präsentieren in einer Doppelausstellung Bilder von Reto Eberhard Rast. Der Arzt und ehemalige Katstrophenhelfer des Roten Kreuzes präsidiert den Schweizer Ableger der Internationalen Gesellschaft für Nahtodstudien (Swiss IANDS).
Am 27. Februar wurde die Ausstellung im Kirchgemeindehaus Mattenbach eröffent. Am 6. März kommt es dort zur Vorführung des Dokumentarfilms «Reise ins Licht», in dem Betroffene von ihrer Nahtoderfahrung erzählen. Am 11. März diskutieren die beiden Pfarrer Felix Gietenbruch und Daniel Wiederkehr das Phänomen mit Rast. Am Sonntagmorgen, 15. März, gestalten die drei Herren gemeinsam einen Gottesdienst. Weitere Informationen hier.
Martin Frischknecht veröffentlicht das «SPUREN – Magazin für Spiritualität und Ökologie» und praktiziert verschiedene Formen von Meditation. Zugezogen aus Zürich, fühlt er sich Winterthur heute so sehr verbunden, dass er die Kraftorte hier kennt.