120 Pünten auf frischem Boden

Vor dreieinhalb Jahren wurden auf einem Teil des Püntenareals Neuwiesen hohe Schadstoffbelastungen festgestellt. 40’000 Tonnen Erde mussten ersetzt werden. Nun sollen ab Mai 120 neue Pünten auf dem frisch sanierten Boden zur Verfügung stehen.

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Der grösste Teil des Püntenareals Neuwiesen wurde in den vergangenen drei Jahren schadstoffsaniert. Jetzt stehen die Arbeiten vor dem Abschluss. (Bild: Kiino Schoch)

Im Moment sieht es auf dem Püntenareal Neuwiesen ziemlich trostlos aus. Das liegt nicht nur am Winter und an den kargen Gärten der Püntiker:innen. «Im Moment ist es einfach ein grosser Acker», sagt Sarah Hunkeler. Trotzdem, so die Präsidentin des Püntenpächter-Vereins Revier Neuwiesen (PPV), sei das meiste gemacht: «Der Boden ist drin, die Wasserleitung verlegt, die Brunnen erstellt.» Einige Wege und die Püntenhäuschen müssen noch her. Letztere wurden zwar teilweise abgebaut und eingelagert, sie seien zwischenzeitlich grösstenteils auf anderen Püntenarealen wiederverwendet. Das Gebiet Neuwiesen bekommt 60 nagelneue Häuschen, Anfang Januar hat der Stadtrat dafür 750’000 Franken gesprochen. Dann können Winterthurer:innen mit grünem Daumen wieder gärtnern. Fast, findet Sarah Hunkeler: «Den Boden muss die Stadt noch ‹umetue›.» Selber jäten werde der Verein nach all dieser Zeit sicher nicht.

Ursprünglich hätte der durch eine ehemalige Abfalldeponie belastete Standort schon im Frühling 2025 wieder für die Püntiker:innen bereitstehen sollen. Doch die geschätzt 40’000 Tonnen Erde der wertvollen, oberen Bodenschichten zu ersetzen, war eine Herausforderung. Die Stadt musste die Übergabe des sanierten Areals an den Püntenverein auf Herbst des letzten Jahres, dann auf Mai 2026 verschieben. «Uns wurde April 2026 versprochen», sagt die Präsidentin. Sie hofft, dass es auf den Frühling reicht, wenn die Pflanzphase in den Gärten beginnt. «Sonst verlieren wir wieder ein Jahr Pachtzins.

Noch sind keine Pünten auf dem neuen Areal verpachtet. Der Verein habe warten wollen, bis das Areal definitiv bestellbar sei. «Nicht, dass wir etwas Falsches versprechen», sagt Sarah Hunkeler. Aktuell gebe es eine Warteliste mit etwa 40 Personen.

Vor 100 Jahren lag auf einem Teil des heutigen Püntenareals eine Kiesgrube, die in den 30er- und 40er-Jahren zu einer Deponie umgenutzt wurde. Die Schadstoffbelastung in den oberen Bodenschichten entstand durch die dort gelagerten Abfälle wie Bauschutt, Schlacke oder Altmetall. Gemessen wurden zu hohe Werte bei polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), Quecksilber und Blei. Unmittelbar gefährlich seien die Stoffe aber nicht, die Stadt hatte 2022 aber Verhaltensempfehlungen für die unterschiedlich stark belasteten Bereiche herausgegeben.

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Wie die meisten Journalist:innen in Winterthur studierte auch Tizian an der ZHAW. Anders als die meisten aber begann er in der Kommunikation, bevor ihn der Journalismus rief. Nach fünf Jahren bei Zuriga startete Tizian bei der Andelfinger Zeitung in den Lokaljournalismus.

Doch bereits nach zweieinhalb Jahren zog es ihn weiter. Allerdings nicht, weil er die Passion für die journalistische Paradedisziplin verloren hatte, im Gegenteil. Als Mitgründer und Chefredakteur von WNTI, macht er jetzt das, was "Winti Chinde" am besten können – über ihre Stadt erzählen.

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